Mannschaften

Erste


Spielbericht zur 4. Runde

SC Ebringen gegen SK Freiburg-Zähringen


Es ist fünf vor halb 10. Ich bin in der Straßenbahn, schon fast am Treffpunkt in der Hildastraße angekommen. Das Telefon bimmelt.Christoph! Ob der den Treffpunkt sucht? Das war doch geklärt. Ich schaue mal in der Bahn, ob er irgendwo hinter mir sitzt. Nein. Er ist schon dort. Lucas aber nicht. Er hat abgesagt, ist krank geworden. Dann muss Rok wohl doch ran. Helmut sei schon auf dem Weg zu Rok, Wir müssen aber noch Markus vom Bahnhof abholen. Ob ich denn bald da bin, wir sollten uns bald auf den Weg machen. Bin ich, ich kann Christoph schon sehen. Klaus kommt auch bald, dann gehts zum Bahnhof. Johannes geht ihn suchen. Ich mach das lieber nicht. Ich seh eh nix. Sofort hält ein Lkw neben uns und parkt und ein. Wieviel Karenzzeit haben wir in der Landesliga? 10 Minuten später bringt Johannes Markus mit. Es wird eng im Wagen. Hinter uns fährt ein Wagen weg, wir können raus. Es ist fast 10, wir sind schon auf dem Weg nach Ebringen. In unserer Klasse sei das ja kein Problem, da geht es entspannt zu, hoffen wir. Dort angekommen, macht tatsächlich noch keiner Anstalten, die Uhren anzustellen.Ein Ebringer fragt mich nach unserer Aufstellung. Zugegeben, ich bin der einzige, der sie im Kopf hat, aber Mannschaftsführer, das hatte ich mal angelehnt. Was solls. Ich leiere die acht Namen runter, der Ebringer bestätigt die Reihenfolge und so kann das Spiel beginnen. Wir teilen uns den Raum mit der zweiten Mannschaft von Ebringen. Es ist eng im Spiellokal. Ich habe schwarz. Wir schreiben die 4. Runde, und ich habe zum fünften Mal in dem Spieljahr schwarz. In meiner Jugend hatte mir das mal Glück gebracht. Ich hatte 8,5/9 im Stammteam, und 1,5/2 als Ersatzspieler, elfmal mit schwarz gespielt. Das wird mit diesmal nicht mehr gelingen. Also 1.e4 - Ich wähle die moderne Verteidigung. Mir fällt auf, dass ich die Vorbereitung vernachlässigt habe. Nein, ich studiere keine Eröffnungen, aber ich würde zumindest gerne wissen, wie stark mein Gegner ist. Das ist ein wichtiger Faktor bei Remisangeboten. Und nun werde ich im Dunklen tappen. Das letzte Brett von Ebringen wird keinen Meistertitel tragen, soviel ist klar, Ok, da muss ich jetzt durch. Ich fühle mich unwohl, beruhigend ist, dass Johannes neben mir eine Stellung aufgebaut hat, die mit wohlbekannt vorkommt. Hatte er nicht vor kurzem genau so gewonnen? Sein Gegner nimmt den Springer! Das kann er nicht überleben. Tut er auch nicht. Noch ein paar schnelle Züge, dann streckt der Waffen - und die Hand aus. Von Christophs Partie habe ich bisher nichts mitbekommen. Das ändert sich auch nicht mehr, denn sein Gegner wollte heute mit einem Turm weniger ins Mittelspiel gehen - ein aussichtsloses Unterfangen. So konnte Johannes und Christoph die Sonne genießen. Inzwischen war Rok dabei, mit den schwarzen Steinen einen brutalen Angriff zu inszenieren. Die weißen Figuren kontrollierten die Brettmitte, Rok griff mit Dame und Turm den König an, und trieb in wieder in die Mitte. Er schien dabei eine Figur geben zu müssen. Auch die Entwicklung war noch lange nicht vollendet, und der eigene König in der Mitte verblieben. Aber Rok ist viel mutiger als ich, und beherrscht solche Stellungen deutlich besser als ich. Ich selbst hatte ein endspielähnliche Stellung mit T+T+L des Gegners gegen T+T+S erreicht. Mein Springer hatte keine Zukunft. Auch Markus hatte schon gewonnen. So bot ich remis an: trostlose Stellung gegen höhere Spielstärke. Der Gegner lehnte ab, wahrscheinlich in erster Linie dem Spielstand geschuldet. Nun hatten ohnehin auch Helmut und Lukas schon die Oberhand gewonnen, und auch Dirk war keineswegs auf der Verliererstraße. Wie auch immer, er lehnte ab, wir spielten weiter. In der Folge durfte ich all meine Figuren aktivieren. Dahinter steckte natürlich eine höchst hinterlistige Strategie. Auf dem Höhepunkt bot er mir dann remis an, um mir klar zu machen, wie verzweifelt er schon ist. Hocherfreut lehnte ich ab. Hemlut hatte inzwischen gewonnen. Auch Roks Partie war zu Ende gegangen. Ich weiß nicht, mit welchen Figuren er den König gejagt hat, es war mir denn auch egal, Rok hatte es geschafft. Die schwarze Dame hatte sich durchgesetzt. Jeder Widerstand war zwecklos. Es stand. Die Spielstandstafel zeigte es: 5-0 für uns. Nun hatte ich noch 5 Minuten für 3 Züge. Mein Gegner hatte keine ernsthaften Drohungen, hatte er doch alle Figuren brav zurückgezogen. Also mache ich noch die Züge und sehe dann weiter.Na gut, er gibt jetzt noch ein Schach mit dem Bauern. Wenn der Patzer ein Schach sieht, dann gibt es, es könnte ja matt sein, nicht wahr? Also kommt mein König weiter nach vorne, und dieser vorwitzige Bauer wird bald abgeräumt. Ja, jetzt kann er meinen Springer angreifen. Den werde ich ins Zentrum überführen, dann kann er meinen Randbauern gewinnen, aber ich kriege zwei Bauern dafür. Also los. Er zeigt den Turm, greift aber nicht meinen Randbauern an. Er gibt wieder ein Schach. Wenn der Patzer ein Schach sieht ... und er sagt Matt an. Also jetzt wo er's sagt - ich hab wirklich kein Feld mehr. Da hat er schon recht. Aber eigentlich steh ich immer noch viel besser mit meinen Figuren. Ok, die dürfen halt ihren ehrenpunkt haben. Sollen ja nicht leben wie ein ... nein, dieser Vergleich geht nun wirklich nicht als Freiburg-Zähringer ... also wie eine Maus.

Dirk erreicht ein remis, Lukas bittet zum Tanz seiner Dame, geleitet von zwei Türmen mit dem gegnerischen Königspaar. Auch dieses Spiel endet erfreulich. So können wir mit einem 6.5-1.5 im Gepäck den Heimweg antreten. Stunden später melden die anderen Teams ihre Endergebnisse: Konkurrent Konstanz überflügelt uns mit einem 7-1 gegen Merzhausen. Unser nächster Gegner Oberwinden spart Körner, und gibt alle 8 Brettpunkte an Villingen-Schwenningen.


Robert Huber (18.01.18)


Runde:  1   2   3   4   5   6   7   8   9